Wie man ein KI-Übersetzungstool auswählt, hängt zuerst davon ab, was man übersetzen will. Unterwegs auf Reisen schnell etwas übersetzen, einen ganzen Fachartikel lesen und Untertitel in großer Zahl erstellen sind drei verschiedene Aufgaben mit völlig unterschiedlichen Anforderungen an Sprachabdeckung, Formatierungserhalt und terminologische Konsistenz. Klären Sie zuerst die Aufgabe und schauen Sie dann auf das Tool: Das falsche Tool bedeutet nicht nur eine schlechte Übersetzung, sondern einen grundsätzlich unhandlichen Ablauf.
| Tool | Stärken | Schwächen | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| DeepL | Übersetzt die wichtigsten europäischen Sprachen natürlich und erhält bei der Dokumentübersetzung die Formatierung recht gut | Engere Sprachabdeckung als Google Translate, mit Kontingenten und Dateibegrenzungen in der kostenlosen Version | Menschen, die E-Mails schreiben und Geschäftsunterlagen sowie Passagen aus Fachartikeln übersetzen |
| Google Translate | Viele Sprachen, kostenlos, praktisch für Foto- und Webseitenübersetzung | Formatierungserhalt bei langen Dokumenten nur mittelmäßig, Fachbegriffe müssen manuell geprüft werden | Reisende, spontane Wortnachschlagevorgänge und Webseiten in weniger verbreiteten Sprachen |
| Youdao Translate | Praktisch für Chinesisch-Englisch-Übersetzungen und Lernszenarien, mit umfangreichem Wörterbuch und Beispielsätzen | Ton und Formatierung bei Fachunterlagen weniger stabil als bei DeepL | Studierende, Englischlernende und alltägliche Chinesisch-Englisch-Übersetzungen |
| Chat-Assistenten | Können auf Wunsch den Ton anpassen, Begriffe erklären und Rückfragen beantworten | Übersetzungen sind über den Dialog verstreut, lange Dokumente müssen aufgeteilt werden, die Formatierung muss selbst wieder zusammengesetzt werden | Menschen, die beim Übersetzen zugleich überarbeiten und nachfragen wollen |
Nach Szenario wählen, nicht nach Bekanntheit
Für Reisen und die alltägliche Kommunikation ist Google Translate am praktischsten: Das Fotografieren eines Straßenschilds oder das mündliche Übersetzen eines Gesprächs erfordert keine vorherige Mitgliedschaft. Für das Lesen von Fachartikeln und die Übersetzung von Geschäftsunterlagen hat DeepL Vorrang: Übersetzen Sie zuerst das gesamte Dokument und überarbeiten Sie dann die Terminologie manuell. Die kostenlose Version erlaubt nur 1 Datei pro Monat; bei großem Volumen sollte man die kostenpflichtige Version in Betracht ziehen, die Preise stehen auf der offiziellen Preisseite. Für Untertitel und Stapelverarbeitung sollte man zuerst prüfen, ob das Tool nach Zeitachse segmentieren kann und ob eine Terminologieliste festgelegt werden kann; wenn nicht, frisst die spätere Nacharbeit die Zeit, so günstig das Tool auch sein mag.
Für wen es nicht geeignet ist, und was die Alternative ist
Unveröffentlichte Fachartikel, Verträge mit Geschäftsgeheimnissen und Kundenunterlagen eignen sich nicht für den direkten Upload in ein Online-Übersetzungstool. Nutzen Sie zuerst lokale Verarbeitung oder manuelle Prüfung und bestätigen Sie zumindest die Datenaufbewahrungsregeln des Anbieters, bevor Sie etwas hochladen. Prüfen Sie bei weniger verbreiteten Sprachen und Dialekten zuerst die Abdeckung, und stellen Sie nicht erst vor Ort fest, dass die Sprache fehlt. Bei materialreichen Fachbegriffen gilt, egal welcher Anbieter: Legen Sie zuerst eine Terminologieliste fest und prüfen Sie nach der Übersetzung jeden Eintrag – eine flüssige maschinelle Übersetzung bedeutet nicht, dass die Begriffe korrekt übersetzt sind. Ein letztes, sehr praktisches Kriterium: Lässt sich die Übersetzung nach Fertigstellung direkt verwenden? Ein Tool, dessen Ergebnis nicht direkt verwendbar ist, fügt, so bekannt es auch sein mag, nur einen weiteren Arbeitsschritt hinzu.