Am 6. November 2026 berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass OpenAI die erste Tranche einer neuen Finanzierungsrunde über rund 11 Milliarden Dollar abgeschlossen hat; das Unternehmen wird dabei mit 1,25 Billionen Dollar bewertet. Die Investoren hätten das Geld noch am selben Tag an OpenAI überwiesen; der Rest soll in den kommenden Wochen folgen, die Runde kann insgesamt bis zu 20 Milliarden Dollar umfassen.
Warum 11 Milliarden und nicht 30 Milliarden?
Die Runde fällt kleiner aus als ursprünglich geplant. Bloomberg hatte Ende September berichtet, OpenAI wolle 30 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 1,4 Billionen Dollar einsammeln; nun wurde das Ziel auf 20 Milliarden Dollar gesenkt und die Bewertung auf 1,25 Billionen Dollar. TechCrunch verweist unter Berufung auf Bloomberg darauf, dass das Wall Street Journal zuvor bereits Zusagen über rund 11 Milliarden Dollar gemeldet hatte – der Unterschied diesmal: Das Geld ist tatsächlich angekommen. Bloomberg nannte keine Investoren, OpenAI lehnte einen Kommentar ab. Dennoch liegt 1,25 Billionen Dollar rund 47 Prozent über der Bewertung von 852 Milliarden Dollar vom März dieses Jahres.
Wohin fließt das Geld?
Ein kleineres Ziel bedeutet nicht, dass OpenAI knapp bei Kasse ist; eher beginnt der Markt, das Tempo der Ausgaben für KI-Infrastruktur einzupreisen. Das wahrscheinlichste Ziel bleiben Rechenzentren und Rechenleistung: Finanzchefin Sarah Friar sagte am 6. November im CNBC-Interview, das Unternehmen werde weiter in Rechenzentren investieren und weiter Kapital aufnehmen. Am selben Tag wurde auch bekannt, dass der Börsengang von Anthropic auf Widerstand bei der Bewertung stößt – ein Zeichen, dass Investoren die Preise führender KI-Unternehmen parallel nach unten korrigieren. Warum der Börsengang von Anthropic bei der Bewertung auf Widerstand stößt
Drei Dinge gilt es nun zu beobachten: ob die restlichen rund 9 Milliarden Dollar – gerechnet ab der Obergrenze von 20 Milliarden Dollar – in den kommenden Wochen wie geplant eingehen, ob die endgültige Investorenliste offengelegt wird und ob OpenAI mitteilt, wie das Geld zwischen Rechenzentren und Rechenleistung aufgeteilt wird. Enttäuscht einer dieser Punkte, flammen die Zweifel an den KI-Bewertungen wieder auf.