Am 4. November berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, Apple habe im vergangenen Monat die tägliche KI-Ausgabenobergrenze für einige Ingenieure von 300 auf 200 Dollar gesenkt und erwäge eine weitere Senkung auf 100 Dollar; Teams außerhalb der Entwicklung könnten von 100 auf 25 Dollar fallen. Apple fordert seine Mitarbeitenden auf, KI stärker zu nutzen, und dreht gleichzeitig den Geldhahn für KI zu — der Grund sind die Kosten. Apple reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Wie viel wurde gekürzt, und geht es weiter?
Das Budget wird pro Token abgerechnet und deckt Modelle ab, die Mitarbeitende täglich nutzen, darunter Claude, ChatGPT und Gemini, wobei Programmieren es am schnellsten verbraucht. Die Oktober-Änderung ist bereits in Kraft: Einige Entwicklungsteams gingen von 300 auf 200 Dollar pro Tag; die diskutierte Option würde Entwicklungsteams auf 100 Dollar bringen und Teams außerhalb der Entwicklung von derzeit 100 auf 25 Dollar. Wer nicht auskommt, kann bei Führungskräften eine Ausnahme beantragen. Bloomberg wies auch auf ein Detail hin: Kaum jemand nutzte die alten 300 Dollar je voll aus, weshalb unklar ist, wie viel diese Straffung tatsächlich einspart — das Signal wiegt schwerer als die Einsparung.
Woher die Kostensenkung kommt
Die Kürzung der KI-Budgets ist kein isolierter Schritt. Apples Jahresbericht, eingereicht am 3. November, weist Forschungs- und Entwicklungsausgaben von 45,8 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2026 aus, ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem von KI und Infrastruktur; die gesamten Betriebsausgaben stiegen um 22 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar. John Ternus, der im September Vorstandschef wurde, treibt eine umfassende Kostensenkung voran, um das Unternehmen schneller und schlanker zu machen; bereits berichtet wurde über den Abbau von Stellen für Engineering-Programmmanager. Bemerkenswert ist, dass Apple nicht die KI-Investitionen selbst kürzt: Die F&E-Rechnung wächst weiter — für Rechenleistung und Infrastruktur; gestrafft werden die verstreuten Ausgaben für alltägliche Abfragen externer Modelle durch Mitarbeitende. Mit anderen Worten: Auf Unternehmensebene gibt Apple weiter viel Geld für KI aus, während beiläufige Nutzung auf individueller Ebene nun erst einmal kalkuliert werden muss.
Für normale Nutzerinnen und Nutzer ist diese Änderung kurzfristig nicht sichtbar: Sie betrifft die Modellnutzungsbudgets der eigenen Mitarbeitenden von Apple, nicht Verbraucherprodukte und -dienste. Doch sie spiegelt einen sich ausweitenden Trend: Wenn KI von einer Neuheit zu einem alltäglichen Produktivitätswerkzeug wird, beginnen Unternehmen, Token-Rechnungen so zu verwalten wie Reisekosten. Microsoft, Tesla, Uber und Meta straffen allesamt ihre internen Ausgaben für KI-Experimente. Bei Apple gilt es nun zwei Dinge zu beobachten: ob die neue Obergrenze von 100 Dollar wirklich kommt, und ob Mitarbeitende infolgedessen zu günstigeren Modellen oder zu lokal laufenden Modellen wechseln.