AMD hat am 3. November die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht, und sie wurden vom Rechenzentrumsgeschäft getragen: Der Umsatz erreichte 13,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Unternehmensrekord, während der Umsatz im Rechenzentrumssegment mit 8,5 Milliarden US-Dollar um 97 Prozent stieg und 64 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. In der Telefonkonferenz am selben Tag schraubte AMD die Erwartungen für 2027 nach oben und rechnet mit einem Gesamtumsatzwachstum von über 80 Prozent, wobei das Rechenzentrumsgeschäft über 80 Prozent des Gesamtumsatzes beitragen soll. Die gemeldeten Zahlen stehen fest; die Aussagen für 2027 müssen sich noch in der Lieferung des vierten Quartals bewähren.
Der Umsatz eines einzigen Segments übertrifft fast alle anderen zusammen
Fast das gesamte Wachstum von AMD im Quartal stammte aus dem Rechenzentrum. Die Pressemitteilung nennt einen Rekordumsatz von 8,5 Milliarden US-Dollar im Rechenzentrumssegment, getrieben von der starken Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und der Einführung der Instinct-MI450-GPUs; die Produktionshochläufe von Helios und „Venice“ entscheiden darüber, ob sich das Wachstum im vierten Quartal beschleunigen kann. Die Mitteilung erwähnt zudem, dass Anthropic, Meta, Microsoft, OpenAI und Oracle Cloud Infrastructure die ersten Helios-Rackscale-Systeme bereits nutzen.
Der Rest der Ergebnisse hielt nicht Schritt. Der Umsatz in den Bereichen Client und Gaming lag bei 3,7 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit 2,9 Milliarden US-Dollar im Client-Geschäft (plus 7 Prozent) und 773 Millionen US-Dollar im Gaming-Geschäft (minus 40 Prozent); das Embedded-Segment erzielte 1,1 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 29 Prozent. Bei der Rentabilität lag der verwässerte Gewinn je Aktie nach Non-GAAP bei 2,09 US-Dollar, ein Plus von 74 Prozent, während das Betriebsergebnis nach GAAP 2,8 Milliarden US-Dollar betrug, ein Plus von 123 Prozent. Nach der Veröffentlichung stiegen die AMD-Aktien im nachbörslichen Handel um etwa 8 Prozent.
Die Aussagen für 2027 aus der Telefonkonferenz: Was vorerst nur eine Erwartung ist
Die Prognose von über 80 Prozent Wachstum im Jahr 2027 stammt aus der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen, nicht aus der formellen Prognose in der Pressemitteilung. In der Konferenz sagte Vorstandschefin Lisa Su, der Gesamtumsatz werde 2027 voraussichtlich um über 80 Prozent wachsen, mehr als die von Analysten modellierten 77 Prozent; der Umsatz mit Servern solle sich verdoppeln, und der Umsatz mit Rechenzentrums-KI solle noch schneller wachsen. Finanzchefin Jean Hu lehnte es in derselben Konferenz ab, einen Ausblick auf die Bruttomarge für 2027 zu geben, und verwies auf die Unsicherheit über den Umsatzmix zwischen Instinct-GPUs und EPYC-CPUs. AMD erwartet zudem, dass die PC-Auslieferungen 2027 um einen zweistelligen Prozentsatz sinken, sodass das Wachstum fast vollständig vom Rechenzentrum abhängt.
Die Prognose für das vierte Quartal ist der erste Test für diese These: AMD erwartet einen Umsatz von etwa 17 Milliarden US-Dollar, plus oder minus 3 Prozent, wobei der Mittelwert rund 66 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr und 27 Prozent sequenzielles Wachstum bedeutet, bei einer Non-GAAP-Bruttomarge von etwa 55 Prozent. Wenn die Helios-Einführungen und der MI450-Produktionshochlauf wie geplant verlaufen, haben die Erwartungen für 2027 eine Grundlage; bei Lieferverzögerungen sind die Zahlen aus der Konferenz nicht mehr als eine mündliche Hochstufung. Auch die Pressemitteilung lässt diese Möglichkeit offen: Der Ausblick beruht auf den aktuellen Erwartungen, und die tatsächlichen Ergebnisse könnten sich je nach Marktbedingungen erheblich unterscheiden.