OpenAIs Pando tauscht das Git-Backend aus, während die Entwicklerinnen und Entwickler Git wie gewohnt weiterverwenden – und Pushes werden fast 80 % schneller. In seinem Engineering-Artikel „Scaling Git at OpenAI" vom 2. November hat OpenAI das selbst entwickelte Backend Pando vorgestellt: Es behält Git-Protokoll und Client bei und ersetzt nur den Dienst hinter dem Repository, um die parallele Entwicklungsarbeit von Mensch und Agent standzuhalten, die Codex mit sich bringt. Bemerkenswert ist nicht, dass ein weiteres internes Werkzeug hinzukommt, sondern dass der Engpass der Versionskontrolle im Agenten-Zeitalter nicht zwingend durch den Ersatz von Git gelöst werden muss – ein neues Backend kann denselben Zweck erfüllen.
OpenAI-Ingenieure bauten Pando mit Codex in etwa zehn Wochen: Ein einzelner Ingenieur entwarf den Kern, Agententeams setzten ihn um, eine Handvoll Ingenieure brachte ihn in Produktion – vollständig in Rust geschrieben. Seit April 2026 trägt Pando den Produktionsverkehr. Nach Angaben von OpenAI liefert Pando heute fast 1 PB an Git-Daten pro Tag aus, versendet in einer einzigen Stunde bis zu 57 TB an Paketen und senkt die mittlere Push-Latenz auf fast ein Fünftel. Der Druck kommt von Codex: Ingenieure und Agenten arbeiten gleichzeitig auf vielen Branches, Pushes, Fetches, Klone und Merges nahmen gemeinsam stark zu, bis die Zuverlässigkeit von Merges zeitweise unter 90 % fiel.
Wie Pando schneller wird, ohne den Workflow zu ändern
Pando verzichtet auf eine repositoryweite, zeitliche Konsistenz und setzt stattdessen auf kausale Konsistenz: Unzusammenhängende Branches können parallel aktualisiert werden, während die Reihenfolge der Änderungen innerhalb eines Branch erhalten bleibt. Gespeicherte Pakete werden wiederverwendet, um wiederholte Fetch-Last zu bedienen, und eine Kompaktierung im Hintergrund fasst kleine Pakete schrittweise zu größeren zusammen, sodass aufholende Clients nicht jedes Fragment einzeln abrufen müssen. Die beiden Ziele sind klar formuliert: Schreibvorgänge müssen horizontal mit der Zahl der Branches skalieren, Lesevorgänge die Netzwerkbandbreite ausnutzen. Für Teams ändert sich nur die Serverseite; die lokalen Befehle push, pull und clone bleiben unverändert.
Pando ist nur ein internes System – der Vergleich mit Anthropic zeigt die Grenze
Pando bedient derzeit nur OpenAIs eigenes Monorepo und ist kein öffentliches Produkt. OpenAI erklärt, man prüfe, wie die Technik externen Nutzern zugänglich gemacht werden könne, und habe Korrekturen an Git selbst bereits an das Upstream-Projekt zurückgegeben. Dasselbe Problem ging Anthropic im Oktober anders an: Anthropics hauseigenes Scion ersetzt Git vollständig – dort wird Git komplett ersetzt. Im direkten Vergleich ergibt sich eine praktische Schlussfolgerung: Wenn Agenten das Commit-Volumen nach oben treiben, kommt es darauf an, wie der Server Nebenläufigkeit koordiniert, und nicht darauf, jede Entwicklerin und jeden Entwickler zum Werkzeugwechsel zu zwingen.