Wie schwer sich AI Mode zu Geld machen lässt, sagte Alphabet auf seiner Telefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals offen, die am 29. Oktober bekannt wurden. Der Umsatz der Google-Suche lag bei rund 63,2 Milliarden Dollar, 12 Prozent mehr als im Vorjahr, langsamer als 17 Prozent im zweiten und 19 Prozent im ersten Quartal; Chief Business Officer Philipp Schindler führte einen Teil der Verlangsamung auf die geringere Monetarisierung in AI Mode zurück. Im selben Quartal wuchs die Zahl der Suchanfragen so schnell wie seit fünf Jahren nicht, und die Alphabet-Aktie fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um rund zehn Prozent.
Mehr Anfragen, langsamere Monetarisierung
Anfragen in AI Mode sind im Schnitt dreimal so lang wie klassische Suchen, und etwa jede fünfte betrifft Sprache, Bilder oder Dokumente. Schindlers Argument lautet, dass solche Anfragen meist weit oben im Kaufprozess stehen, neue Kaufabsichten bringen und größtenteils zusätzlich sind, sodass sie langfristig mehr Monetarisierungschancen schaffen dürften. Das unmittelbare Problem ist ebenso klar: Nutzer verweilen länger in den Antworten, während der Weg zum Klick auf eine Anzeige kürzer wird. Der Quartalsumsatz von Alphabet lag bei 127,6 Milliarden Dollar, 25 Prozent mehr als im Vorjahr, die Investitionsausgaben erreichten 51,4 Milliarden Dollar, und der Nettogewinn von rund 26,2 Milliarden Dollar blieb unter den 35 Milliarden Dollar des Vorjahres, was den Druck, Geld zu verdienen, verstärkt.
Werbung schließt die Lücke
Googles Antwort ist, Werbung in die Antworten zu legen: Anzeigen in AI Overviews und AI Mode werden auf weitere internationale Märkte ausgedehnt, und in den USA kommen Werbeformate in mehrstufigen Gesprächen hinzu. Google zufolge liegen die Klickraten gesponserter Produktlisten in AI Mode bereits auf dem Niveau organischer Ergebnisse, und Nutzerbefragungen halten die Anzeigen für relevant. Für Google ist das der direkteste Weg, aus starker Nutzung Umsatz zu machen; für Nutzer ist die sichtbarste kurzfristige Veränderung mehr klar gekennzeichnete gesponserte Inhalte neben KI-Antworten, sodass deren Glaubwürdigkeit stärker davon abhängt, wie deutlich Werbung von Inhalten getrennt wird.