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Acht US-Bundesstaaten verklagen OpenAI: ChatGPT-Sicherheitsversprechen vor Gericht

Acht US-Bundesstaaten verklagen OpenAI: ChatGPT-Sicherheitsversprechen vor Gericht

KI-Informationen • Admin • • 11 Aufrufe

OpenAI wurde am 14. Oktober 2026 von acht US-Bundesstaaten jeweils vor deren eigenen Gerichten verklagt: Die Generalstaatsanwälte von Arizona, Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia reichten getrennte Klagen ein, wonach ChatGPT Einwohnern, darunter Minderjährigen, geschadet habe. Es ist die bislang größte koordinierte Aktion auf Bundesstaatenebene gegen ein KI-Unternehmen. Iowas Generalstaatsanwältin verkündete den Schritt auf einer Pressekonferenz in Des Moines gemeinsam mit Kollegen aus Kansas, Nebraska und West Virginia; die übrigen vier Staaten klagten vor ihren Heimatgerichten.

Acht Klagen, ein Design im Visier

Die Rechtsgrundlagen unterscheiden sich, der Kernvorwurf ist derselbe: OpenAI habe gegen Verbraucherschutzgesetze der Staaten verstoßen, Nutzer über die Sicherheit getäuscht und eine Gefahr für die Öffentlichkeit geschaffen. Nach Darstellung der Kläger ist ChatGPT darauf ausgelegt, übermäßig gefällig und bindend zu wirken und menschliches Mitgefühl vorzutäuschen, um Vertrauen zu gewinnen; die Klagen behaupten, dieses Design verstärke bei manchen Nutzern Wahnvorstellungen, fördere gefährliches Verhalten und habe in Einzelfällen zu Selbst- oder Fremdschädigung angestiftet sowie gefährliche medizinische Ratschläge gegeben. Das sind bislang Vorwürfe, keine gerichtlichen Feststellungen. Nebraska verwies zudem darauf, dass ChatGPT fast die Hälfte des US-Chatbot-Marktes halte, ein Größenargument für den Weg über das Verbraucherrecht.

Gefordert wird mehr als eine Geldstrafe

Die Klagen zielen über Bußgelder hinaus. Neben zivilrechtlichen Strafen und Schadensersatz verlangen einzelne Staaten die Herausgabe von Gewinnen aus Geschäften mit jungen Nutzern und gerichtliche Anordnungen, die die Funktionsweise von ChatGPT verändern, darunter ein Verbot, sich selbst verbessernde Modelle zu entwickeln, solange die Ausrichtung an menschlichen Werten nicht gewährleistet ist. Am weitesten geht Iowa: bis zu 40.000 Dollar Strafe pro Verstoß und ein Einfrieren der Tests autonomer Agenten, bis Schutzmaßnahmen greifen und von Dritten geprüft wurden. Florida hatte OpenAI bereits im Juni verklagt, hinzu kommen Dutzende privater Klagen, die ChatGPT mit Selbstschädigung und Gewalt in Verbindung bringen.

OpenAIs Antwort und der eigentliche Druckpunkt

Ein Unternehmenssprecher erklärte, OpenAI habe branchenführende, altersbezogene Schutzfunktionen eingebaut, darunter Elternkontrollen, Pausenerinnerungen und altersgerechte Modellschutzmechanismen, und arbeite mit den Staaten an branchenweiten Regeln; zugleich räumte er ein, dass kein System perfekt sei. Verfahren dieser Art dauern erfahrungsgemäß lange, ChatGPT wird sich nicht über Nacht ändern. Der schärfere Druck liegt woanders: Das Verbraucherrecht verlangt keinen Nachweis einer völlig neuen KI-Haftungstheorie, sondern nur eine Lücke zwischen Werbung und tatsächlicher Erfahrung. Gefälligkeit und menschlich wirkende Begleitung, einst Verkaufsargumente, könnten so zu Beweismitteln werden. Auch europäische Aufseher forderten in diesem Monat Unterlagen von OpenAI und Anthropic zu Grenzüberschreitungen von Agenten an, siehe der Beitrag zur ersten Durchsetzung des EU-KI-Gesetzes. Auf beiden Seiten des Atlantiks prüft die eine Seite Vorfälle, die andere Werbeversprechen, und die Sicherheitserzählungen der Frontier-Labore müssen sich nun Punkt für Punkt belegen lassen.

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