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Epic stellt auf KI-zuerst-Entwicklung um: Disney-Shooter verschoben, handgeschriebener Code verlässt die Pipeline

Epic stellt auf KI-zuerst-Entwicklung um: Disney-Shooter verschoben, handgeschriebener Code verlässt die Pipeline

KI-Informationen • Admin • • 9 Aufrufe

Am 12. Oktober 2026 berichtete Ars Technica unter Berufung auf Bloomberg, dass Epic Games seine Zusammenarbeit mit Disney auf ein KI-zuerst-Entwicklungsmodell umstellt: Modelle wie Anthropics Claude sollen sämtlichen Code schreiben und die gesamte Grafikproduktion anleiten, menschliche Entwickler würden künftig das Generierte verwalten und steuern. Ein Epic-Sprecher bestätigte gegenüber Medien anschließend, dass das Unternehmen auf KI-beschleunigte Entwicklung setzt, und CEO Tim Sweeney schrieb in sozialen Medien von einem großen internen Umbau, bei dem Entwickler für maximale KI-Beschleunigung neu zugeordnet werden. Eine Unterscheidung ist von Anfang an wichtig: Die Details der vollständigen KI-Übernahme stammen aus Bloombergs anonymen internen Quellen, offiziell bestätigt hat Epic den Umbau selbst.

Das verschobene Projekt und die Entlassungen davor

Der erste Preis der Umstellung zeigt sich im Zeitplan. Die Anfang 2024 angekündigte Epic-Disney-Kooperation im Wert von 1,5 Milliarden Dollar sollte im März 2027 einen Shooter im Marvel- und Star-Wars-Universum liefern; laut Bloomberg ist dieses Projekt nun auf unbestimmte Zeit verschoben, zusätzlich zu früherem Personalmangel und langsamerem Fortschritt als erwartet. In internen Nachrichten, die der Bericht beschreibt, heißt es, es werde keinen handgeschriebenen Code mehr geben, und auch die Grafik-Assets entstünden in vollständigen KI-Workflows. Der Hintergrund: Epic hatte im März mehr als 1.000 Beschäftigte entlassen und das mit sinkendem Fortnite-Engagement begründet. Wer beides nebeneinanderlegt, kommt kaum um eine naheliegende Lesart herum, doch Sweeneys Darstellung weist die Personallogik zurück: Ziel sei nicht, dieselbe Arbeit mit weniger Leuten zu erledigen, sondern allen zu ermöglichen, mehr und Besseres zu bauen – und die Vorteile allen Teams zu bringen, die Unreal nutzen.

Die Branche nutzt generative KI noch eher oberflächlich

Wie weit Epic vorprescht, zeigt der Branchenvergleich. In einer Umfrage unter mehr als 2.300 Spielefachleuten vor der diesjährigen Game Developers Conference nutzten 36 Prozent generative KI-Werkzeuge bei der Arbeit, doch von ihnen setzten 81 Prozent sie für Recherche und Brainstorming ein, nur 47 Prozent für Code-Unterstützung und 35 Prozent für Prototypen. Der Mainstream behandelt KI also noch als Assistenten, während Epic sie zur Produktionslinie selbst machen und Menschen in Prüfung und Steuerung versetzen will. Reibung ist für Epic nicht neu: Im vergangenen Mai begann eine KI-vertonte Darth-Vader-Figur in Fortnite, Schimpfwörter und seltsame Ansichten zu wiederholen, bis ein Hotfix sie stoppte, und im vergangenen November nannte Sweeney selbst Kennzeichnungspflichten für KI-Nutzung wie bei Steam sinnlos, weil KI-Werkzeuge an nahezu jeder künftigen Produktion beteiligt sein würden.

Entscheidend wird die Lieferung sein, nicht die Ankündigung

Für Spieler und konkurrierende Studios zählen zwei Dinge, die noch ausstehen. Erstens das auf unbestimmte Zeit verschobene Disney-Projekt: Arbeitet die KI-Pipeline so effizient wie behauptet, darf aus der Verschiebung kein Dauerzustand werden, und die fertige Qualität wird der eigentliche Test sein. Zweitens die Unreal-Werkzeugkette: Epic sagt, die Vorteile seien für alle Teams mit Unreal gedacht, womit auch externe Studios bald vor derselben Workflow-Frage stehen könnten. Die Risiken sind ebenso klar: Wenn Modelle sämtlichen Code und alle Grafiken erzeugen, werden Stil-Konsistenz, Urheberrechtsgrenzen und die Verantwortung für Qualitätskontrolle schwerer fassbar, und wegen der Entlassungen im März werden Außenstehende KI-zuerst ganz selbstverständlich mit Personalersatz verbinden. Epic wettet darauf, dass die Effizienz zuerst eintrifft; die Branche wartet darauf, dass ein großes Spiel auf dem neuen Weg fertig wird.

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