Ob es illegal ist, ein KI-Face-Swap-Video online zu posten, hängt weniger davon ab, ob "Face-Swap-Technologie verwendet wurde", als von drei Dingen: wessen Gesicht Sie verwendet haben, ob die Person zugestimmt hat, und ob das Video echt aussieht. Ein lustiges Face-Swap-Video für die Familie, das nur im Familienchat geteilt wird, ist grundsätzlich unproblematisch; wer es aber auf Kurzvideo-Plattformen für Klicks postet oder kommerziell zum Verkaufen nutzt, überschreitet völlig andere Risikolinien – ein Fehltritt, und es ist eine Rechtsverletzung.
Zuerst die Szenario-Tabelle prüfen
| Szenario | Fazit | Risiko |
|---|---|---|
| Lustiges Face-Swap-Video der Familie, nur im Familienchat oder per Direktnachricht geteilt | Grundsätzlich unproblematisch | Niedrig |
| Auf Kurzvideo-Plattformen oder in sozialen Medien für Reichweite gepostet | Zustimmung der Person erforderlich; zusätzlich die KI-Kennzeichnung der Plattform nutzen | Hoch |
| Kommerzielle Werbung, Markenpromotion oder das Gesicht einer berühmten Person | Äußerst wahrscheinlich eine Rechtsverletzung; Plattformen können löschen und Konten sperren | Sehr hoch |
Die drei Grenzen
Erstens: Zustimmung zum Recht am eigenen Bild
Das chinesische Zivilgesetzbuch besagt, dass jede natürliche Person ein Recht am eigenen Bild hat: Ohne Zustimmung des Rechteinhabers darf dessen Bildnis weder hergestellt, verwendet noch veröffentlicht werden. Die Person, deren Gesicht eingesetzt wurde, ist genau dieser Rechteinhaber. Selbst bei einem öffentlich verfügbaren Foto und ohne jeden Profit braucht die öffentliche Veröffentlichung des vertauschten Gesichts die Zustimmung der Person. "Alle machen das" ist keine Rechtfertigung.
Zweitens: keine Verunglimpfung oder Diffamierung
Selbst mit Zustimmung darf die Person nicht entstellt, beschädigt oder in erfundene Szenen versetzt werden. Das Zivilgesetzbuch ist eindeutig: Keine Organisation und keine Person darf das Recht am eigenen Bild eines anderen durch Entstellung, Beschädigung oder Fälschung mit informationstechnischen Mitteln verletzen. Das Gesicht einer öffentlichen Person in ein anzügliches Video einzusetzen oder einen Lehrer in ein beleidigendes Meme zu verwandeln, verstößt direkt gegen diese Regel.
Drittens: Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte
Die seit dem 1. September 2025 geltenden 《人工智能生成合成内容标识办法》(Maßnahmen zur Kennzeichnung von KI-generierten und synthetisierten Inhalten) verlangen für KI-generierte Inhalte sowohl explizite Kennzeichnungen (für Zuschauer sichtbar) als auch implizite Kennzeichnungen (in den Dateimetadaten). Keine Organisation und keine Person darf Kennzeichnungen böswillig löschen, manipulieren, fälschen oder verbergen. In der Praxis: Nutzen Sie beim Posten die eingebaute "KI-generiert"-Kennzeichnung der Plattform und schreiben Sie in den Text "KI-Face-Swap" – vermeiden Sie irreführende Formulierungen wie "echte Aufnahme" oder "wirklich diese Person".
Zwei Schritte für die sichere Nutzung
- Zuerst die Zustimmung einholen. Das gilt auch für Verwandte und Freunde: Zustimmung zum Teilen im Familienchat ist nicht Zustimmung zur öffentlichen Veröffentlichung.
- Dann kennzeichnen. "KI-generierter Face-Swap" in Titel, Kommentare oder angeheftete Hinweise schreiben – damit Zuschauer es nicht für echt halten.
Häufige Irrtümer: "Ohne Profit keine Verletzung" – falsch, Profit ist keine Voraussetzung; "Es ist doch nur Spaß, also ist es erlaubt" – falsch, ein Spaß-Hinweis ersetzt nicht die Zustimmung der Person; "Ein verschwommenes Wasserzeichen reicht als Kennzeichnung" – falsch, das Löschen oder Fälschen der impliziten Kennzeichnung ist selbst ein Verstoß.