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Amazon verhandelt über Decart-Kauf für rund 7 Milliarden Dollar: Was Echtzeit-Video und Weltmodelle so teuer macht

Amazon verhandelt über Decart-Kauf für rund 7 Milliarden Dollar: Was Echtzeit-Video und Weltmodelle so teuer macht

KI-Informationen • Admin • • 11 Aufrufe

Amazon verhandelt Berichten zufolge über den Kauf von Decart. Am 11. Oktober 2026 meldete das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen, Amazon befinde sich in Gesprächen über eine Übernahme des KI-Startups Decart bei einer Bewertung von rund 7 Milliarden US-Dollar. Reuters griff die Meldung am selben Tag auf und stellte ausdrücklich klar, dass die Angaben nicht unabhängig überprüft werden konnten und weder Amazon noch Decart auf Kommentaranfragen reagierten. Die Einordnung gehört also an den Anfang: Das ist eine laufende Verhandlung, kein abgeschlossener Kauf.

Was Decart tatsächlich mitbringt

Decart wurde 2023 gegründet, sitzt in San Francisco und arbeitet auf zwei Ebenen. Die eine sind Modelle: Lucy kann Live-Videostreams in Echtzeit bearbeiten, Oasis erzeugt interaktive Simulationsumgebungen, mit denen Roboter und autonome Fahrsysteme trainiert und getestet werden. Die andere Ebene ist weniger sichtbar, könnte aber der eigentliche Grund für den Preis sein: Software, die KI-Modelle so optimiert, dass sie auf unterschiedlichen Chips reibungslos laufen, statt für jede Hardware neu geschrieben zu werden. Im Mai nahm Decart 300 Millionen US-Dollar auf, angeführt von Radical Ventures und mit Nvidia als neuem Investor, bei einer Bewertung von knapp 4 Milliarden US-Dollar laut PitchBook-Daten; die Gesamtfinanzierung liegt damit über 400 Millionen US-Dollar.

Warum Amazon mehr bietet, nachdem Anthropic ausgestiegen ist

Am aufschlussreichsten ist die Reihenfolge der Preise. Bloomberg hatte zuvor berichtet, Anthropic habe im August eine Übernahme für rund 6 Milliarden US-Dollar erwogen und sie im September nach der Due Diligence aufgegeben. Amazons kolportiertes Angebot liegt etwa 1 Milliarde US-Dollar darüber. Dahinter stehen unterschiedliche Bedarfe: Anthropic wollte Modellfähigkeit kaufen und entschied nach dem Blick ins Innere, dass sie den Preis nicht wert sei. Amazon dagegen fehlt nicht ein weiteres Modell, sondern das Software-Ökosystem rund um seine Trainium-Chips. Die Hardware kann bei der Leistung mit Nvidia mithalten, doch die Umstellungskosten für Entwickler blieben hoch – und Decarts chipübergreifende Optimierung zielt genau auf diese Lücke. Echtzeit-Video und Weltmodelle würden zudem das AWS-Angebot für generative Videos und Simulationstraining stärken. Der Schritt passt zu Amazons anhaltenden Compute-Ausgaben, zu denen zuletzt auch eine Zusage von 1 Milliarde US-Dollar über fünf Jahre für die Gemeinden rund um seine Rechenzentren gehörte.

Am Verhandlungstisch kann sich noch viel ändern

Drei Unsicherheiten liegen offen zutage. Erstens stützt sich die Meldung auf anonyme Quellen, beide Unternehmen schweigen, und wie die Berichterstattung selbst anmerkt, könnte ein Abschluss zwar bald kommen, die Gespräche könnten aber auch scheitern oder ein weiterer Interessent auftauchen. Zweitens ist Anthropics Ausstieg nach der Prüfung ein Warnsignal: Was das Unternehmen intern gesehen hat, könnte genau das sein, was selbst 6 Milliarden US-Dollar nicht rechtfertigen konnten – Amazons Aufschlag muss sich also aus seiner eigenen Rechnung erklären. Drittens beschäftigt Decart nur gut sechzig Mitarbeiter, eine Bewertung von 7 Milliarden US-Dollar kauft also vor allem Technologie und Talentdichte. Ob die Leute bleiben und ob die Optimierungssoftware wirklich in der AWS- und Trainium-Roadmap landet, entscheidet darüber, ob sich das Geld lohnt.

Die Signale, auf die es jetzt ankommt, sind konkret: ob sich eine der beiden Seiten offiziell äußert, ob sich die Bewertung in einer Ankündigung verändert und ob die Struktur eine Vollübernahme oder ein Acqui-hire mit Technologielizenz wird. Bis dahin sind 7 Milliarden US-Dollar eine Zahl auf dem Verhandlungstisch, kein Preisschild.

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