Claude Projects wurde am 9. Oktober 2026 erweitert: Anthropic gab über sein Entwicklerkonto ClaudeDevs bekannt, dass alle Nutzer auf der Warteliste mit Pro- oder Max-Abo nun zugelassen sind; die Beta wird für diese beiden Tarife weiter ausgerollt. Die Form ist denkbar einfach: Ein fortlaufendes Gespräch ist der Eingang. Man schickt Arbeit dorthin, und Claude teilt sie in Threads auf, die parallel laufen und zurückmelden.
Ein koordinierendes Gespräch, viele arbeitende Threads
Ohne Projects liegt die Koordination mehrerer paralleler Sitzungen beim Menschen: festlegen, woran jede Sitzung arbeitet, zu Beginn jedes Mal denselben Hintergrund einfügen und der Reihe nach prüfen, welche fertig ist oder auf eine Antwort wartet. Projects übergeben diese Koordination an Claude selbst. Das Projektgespräch nimmt Aufgaben entgegen, entscheidet, ob ein neuer Thread startet oder ein bereits in dem Bereich aktiver Thread die Arbeit bekommt, und verfolgt die Rückmeldungen. Jeder Thread ist eine eigene Sitzung mit eigenem Kontextfenster. Die meisten sind Cloud-Sitzungen, arbeiten auf ihrem eigenen Branch und öffnen bei Bedarf einen Pull Request; braucht eine Aufgabe etwas, das nur der eigene Rechner hat, kann dieser Thread lokal laufen. Die Threads laufen parallel, man kann sie vom Telefon aus prüfen und steuern, und Cloud-Threads arbeiten weiter, wenn der Laptop zu ist.
Kontext einmal setzen, Fortschritt an einem Ort sehen
Anweisungen und Gedächtnis des Projekts erreichen jeden neuen Thread: welcher Branch gemeint ist, wie ein Thread seine Arbeit prüft und was vorher freigegeben werden muss – einmal gesagt statt in jede Sitzung kopiert. Zurück im Projekt zeigt die Overview-Fläche den Stand aller Threads: welche fertig sind, welche Pull Requests zur Prüfung bereitstehen und welcher Thread auf eine Antwort wartet; dazu kommt die Registerkarte Library für hinzugefügte und von Threads erzeugte Dateien. Die gedachten Einsätze sind ausdrücklich genannt: ein Ziel über viele Repositories hinweg, ein steter Strom eingehender Fehler und Prüfaufträge oder ein Aufbau beziehungsweise eine Migration, die zu groß für eine Sitzung ist. Auch Nicht-Code passt: Verträge oder einen Export von Support-Tickets hochladen, und die Threads liefern ihre Ausarbeitungen als Dateien zurück.
Vor der Einführung die Nutzungskosten zählen
Die Grenzen sind ebenso klar. Eine einzelne Aufgabe, die in eine Sitzung passt, ist als normale Cloud-Sitzung einfacher; Arbeit, die durchgehend die eigene Maschine braucht, gehört in lokale Sitzungen; ein rein zeitgesteuerter Job braucht die Projektebene nicht. Bei den Kosten teilen sich Projekte dasselbe Tariflimit wie andere Claude-Code-Sitzungen und verbrauchen es schneller – die Dokumentation weist darauf hin, dass ein neues Projekt standardmäßig jeden Thread auf Opus mit hoher Intensität laufen lässt, die schnellste Art, ein Limit aufzubrauchen. Sinnvoll ist daher: Modell und Intensität der Threads in den Projekteinstellungen prüfen, Claude zuerst Threads vorschlagen lassen, nur wenige gleichzeitig laufen lassen und die Grenzen erst lockern, wenn die ersten Threads wie gewünscht zurückkommen.
Neben zwei verwandten Schritten wird die Schichtung klar: Die früher hier behandelten Cloud-Sitzungen von Claude Code entscheiden, wo eine Aufgabe läuft, und die dynamischen Workflows der Managed Agents entscheiden, wie ein Auftrag auf viele Agenten aufgeteilt wird. Projects fügen die Ebene darüber hinzu: Wenn Arbeit über Wochen hinweg eintrifft – wer nimmt sie entgegen, wer behält sie im Blick und wer berichtet zurück?