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DoorDash warnt Restaurants vor Bites: Agenten-Bestellungen beginnen, Lieferplattformen zu umgehen

DoorDash warnt Restaurants vor Bites: Agenten-Bestellungen beginnen, Lieferplattformen zu umgehen

KI-Informationen • Admin • • 7 Aufrufe

DoorDash verschickte im August eine Warnmail an Partnerrestaurants in der Bay Area, und The Verge machte sie mit seiner Berichterstattung vom 7. Oktober 2026 öffentlich: Einige Restaurants seien womöglich ohne ihre Zustimmung auf einer KI-Bestellplattform namens Bites gelistet worden, Speisekarten und Öffnungszeiten dort seien nicht unbedingt korrekt, Bedingungen und Preise hätten sie nie akzeptiert, und je nach Bundesstaat könne das Vorgehen sogar rechtswidrig sein, inklusive Anleitung, wie man die Entfernung bei Bites beantragt. Wenn ein Konzern mit 970 Millionen Bestellungen in einem Quartal wegen eines zehnköpfigen Startups einen solchen Brief schreibt, hat die Bestellung per Agent offenbar den Punkt berührt, den Plattformen am stärksten bewachen: den Einstieg, an dem Bestellungen entstehen.

Bites rechnet einfach: ein fester Dollar pro Bestellung

Bites nennt sich KI-nativ. Das Unternehmen arbeitet mit Kassensystemen wie Toast und Square, speist die bereits digitalisierten Speisekarten der Restaurants in ein großes Sprachmodell und leitet Bestellungen direkt in deren Systeme, ohne Zwischenschritt über eine Lieferplattform. Gäste bestellen über die eigene App oder über ein Plugin in ChatGPT. Das Entgelt ist denkbar schlicht: ein fester Aufschlag von einem Dollar pro Bestellung, in der Regel vom Gast getragen. Rund 300 Restaurants in der Bay Area sind dabei. DoorDash dagegen nimmt Restaurants etwa 15 bis 30 Prozent je Lieferbestellung, und im eigenen Test von The Verge kostete dieselbe Pizza-mit-Getränk-Bestellung über ChatGPT und Bites 56,73 Dollar gegenüber 70,29 Dollar bei DoorDash.

Warum Restaurants wechseln

Jay Jayaraman, der 13 Restaurants auf Bites betreibt, nennt handfeste Gründe: Vorher kamen rund 80 Prozent seiner Bestellungen von DoorDash, heute stammen etwa 65 Prozent von Bites und 25 Prozent von DoorDash, und die Bites-Bestellungen sind profitabler. Hinzu kommen die Kundendaten: Bei DoorDash erreicht er seine eigenen Gäste nicht, bei Bites kommen Bestellungen direkt an und er kann Kunden selbst kontaktieren. Auf die Warnmail antwortete er nicht und las sie als Zeichen, dass der Marktführer Druck spürt; die ChatGPT-Bestellung hat er allerdings noch nicht aktiviert, er will erst eine Live-Demo sehen. Bites räumte ein, dass einige wenige Restaurants aus frühen Demos gelistet waren und ihre Entfernung verlangten; laut CEO berichteten 14 Partnerrestaurants von dem Brief, und einige noch nicht gelistete Häuser wollten danach sogar beitreten.

Eigentlich geht es um Einstieg und Daten

Ein DoorDash-Sprecher erklärte, die Mail gehe auf Sorgen von Partnerrestaurants über Listungen ohne Zustimmung zurück, wer beigetreten sei, müsse nichts tun. Fragen zur eigenen Gebührenstruktur und zum Datenaustausch mit Restaurants ließ DoorDash unbeantwortet. Matt Maloney, Mitgründer von Bites und früher Mitgründer von Grubhub, hält dagegen: Das Preismodell der Großen stamme aus einer Zeit notwendiger Großinvestitionen, die heute nicht mehr nötig seien, die Preise seien trotzdem nie gefallen. Der Burggraben einer Plattform war nie nur die Lieferung, sondern der Bestelleinstieg, ein Werbegeschäft, das 2024 eine Milliarde Dollar erreichte, und die Kontrolle über die Kundenbeziehung. Wenn Gäste künftig einem allgemeinen Chatassistenten nur sagen, worauf sie Appetit haben, droht der Plattform die Degradierung zum reinen Erfüllungskanal. Bezeichnend: DoorDash selbst kündigte im September eigene Arbeiten an der Bestellung per Agent an. Im Kampf um den Einstieg gibt es keine Zuschauer.

Worauf es nach dem Brief ankommt

Drei Punkte entscheiden kurzfristig: ob Bites seine Restaurantzahl über die Bay Area hinaus ausbauen kann; ob der Streit um Listungen ohne Zustimmung Regulierer oder Gerichte auf den Plan ruft und damit die Grenze dafür setzt, wie Agentenplattformen Geschäftsdaten sammeln dürfen; und ob die Großen mit niedrigeren Gebühren, Exklusivität oder eigenen Agenten antworten. Die gut zehn Dollar, die Agentenbestellungen sparen, fallen nicht vom Himmel, sie waren Plattformumsatz. Wer dieses Geld so zwischen Restaurants, Gästen und dem neuen Einstieg neu verteilt, dass alle Seiten es akzeptieren, hält die Preissetzungsmacht der nächsten Liefergeneration.

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